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Spiritueller Impuls für den Monat Oktober 2021

Wo, bitteschön, ist die Kirche heilig?

Liebe Frauenbundfrauen,

zu meinen häufigsten und schönsten Aufgaben als Diakon gehört es, Kinder zu taufen. Bei dieser Feier ist an mehreren Stellen von der Heiligkeit der Kirche die Rede. Die Kinder werden aufgenommen in die „Gemeinschaft der Heiligen“ und die Eltern und Paten werden stellvertretend für ihre Kinder gefragt, ob sie an die „heilige Kirche“ glauben.

Manchmal habe ich dann spontan das Bedürfnis zu erklären, was eigentlich mit der „heiligen Kirche“ gemeint ist. Denn ich kann mir vorstellen, dass sich in der Taufgesellschaft der eine oder die andere die Frage stellt: „Die Kirche und heilig? Hat nicht die von der katholischen Kirche in Auftrag gegebene MHG-Studie aufgedeckt, dass in den Jahren zwischen 1946 bis 2014 mehr als 3600 Minderjährige in Deutschland sexuellen Missbrauch durch katholische Priester, Diakone und Ordensmänner erlitten haben? Wo, bitteschön, ist denn die Kirche heilig?“

In der Tat kann jeder und jede von uns mühelos Beispiele dafür finden, dass Vertreter der Kirche versagt haben und ihre Aufgabe als Boten der Frohen Botschaft Jesu Christi verfehlt haben. In solchen Fällen kommt es zu herben Enttäuschungen, die häufig dazu führen, dass sich Menschen von der Kirche innerlich oder auch äußerlich abwenden.

Soweit die traurige Nachricht: Die Kirche besteht aus unvollkommenen, schwachen Menschen. Aber jetzt kommt die gute Nachricht: Gott sei Dank wendet sich Jesus Christus nicht von seiner Kirche ab, wenn ihre Vertreter menschlich versagen. Er bleibt immer das Haupt seiner Kirche, der er versprochen hat, dass sie nie untergehen wird (Mt 16,18). Das ist also der Angelpunkt für die Heiligkeit der Kirche: ihr Gründer Jesus Christus. Er ist der Heilige und alle, die durch die Taufe zu ihm gehören, haben Anteil an seiner Heiligkeit.

Das ist der Grund, warum der heilige Paulus die Mitglieder seiner Christengemeinden mit „Heilige“ anredet.  Die Kirche als Gemeinschaft der Getauften kann ihre Heiligkeit gar nicht verlieren. Denn sie hat ihre Heiligkeit nicht selbst gemacht. Sie ist ein Geschenk von dem der gesagt hat „Ich bin das Licht der Welt.“ (Joh 8,12) Und weil wir durch die Taufe zu Jesus, dem Licht der Welt gehören, sagt er auch zu uns: „Ihr seid das Licht der Welt“ (Mt 5,14).

Dr. Anselm Blumberg
Geistlicher Beirat

 

Spiritueller Impuls für den Monat September 2021

Gott wirkt im Schweigen – auch in Las Vegas

Liebe Frauenbundfrauen,

neulich lernte ich eine Parabel kennen, die gerade im Schweigen Jesu etwas Kostbares entdeckt. Diese Parabel möchte ich gerne mit Ihnen teilen.

In einer Wallfahrtskirche in Las Vegas stand ein lebensgroßes Kreuz. Viele Leute suchten es auf, denn es galt als wundertätig. Der Wärter der Wallfahrtskirche empfand seinen Aufsichtsdienst als eher langweilig und hegte einen großen Wunsch: Nur für einen Tag wollte er den Platz mit Jesus tauschen. Seiner Bitte gab Jesus nach, unter einer Bedingung: „Du musst mir versprechen, dass du den ganzen Tag kein einziges Wort sagst.“ Der Wärter gab sein Wort und durfte am darauf folgenden Tag die Stelle Jesu am Kreuz einnehmen.

Gleich in den frühen Morgenstunden kam ein Casino-Spieler. Er betete: „Jesus, ich möchte heute viel Geld gewinnen.“ Als er sich erhob, sah der Wärter vom Kreuz aus, dass der Zocker seine Tasche voller Bargeld liegen gelassen hatte. Der Wärter wollte rufen: „Halt, du hast deine Tasche vergessen!“ Doch er biss sich auf die Lippen und schwieg.

Kurze Zeit später kam ein armer Zeitungsverkäufer, dessen Frau schwer krank war. Er hatte keine Krankenversicherung und konnte die nötigen medizinischen Behandlungen nicht bezahlen. …

Daher bat er Jesus dringend um Hilfe. Als sein Blick nach dem Gebet auf die Tasche fiel und bemerkte, dass sie mit Geldscheinen gefüllt war, bedankte er sich bei Jesus für die augenblickliche Gebetserhörung und verließ das Gotteshaus. Eigentlich wollte der Wärter dem Zeitungsverkäufer noch nachrufen: „Die Tasche hat einen Besitzer!“ Aber wegen seines Versprechens verhielt er sich still.

Eine Viertelstunde später betrat ein junger Tourist die Wallfahrtskirche, der noch am selben Tag eine Kreuzfahrt auf hoher See antreten wollte. Er betete vor dem Kreuz: „Jesus, lass mich heil wieder nach Hause zurückkommen.“ Noch während er betete, stürzte der Casino-Spieler in die Kirche und eilte zur Kniebank vor dem Kruzifix. Als er dort seine Tasche nicht fand, packte er den jungen Mann auf der Kniebank, würgte ihn und schrie: „Gib mir mein Geld zurück!“ Der junge Mann schaute den unerwarteten Angreifer entgeistert an, stellte ihn zur Rede und versicherte ihm, dass er nichts mit seinem Geld zu tun habe. Der Casino-Spieler glaubte ihm aber nicht und wollte ihn auf die nächste Polizeiwache schleppen. Der Tourist flehte: „Nein, ich muss zu meinem Schiff, sonst legt es ohne mich ab.“

Als der Wärter sah, wie beide heftig miteinander stritten, konnte er sich nicht länger zurückhalten. Er brach sein Schweigen und stellte klar, wie sich die Szenen am Morgen in Wirklichkeit abgespielt haben.

So ließ der Casino-Spieler den jungen Mann los und dieser konnte sich auf den Weg zum Hafen machen. Auch dauerte es nicht lange, und der Casino-Spieler konnte den Zeitungsverkäufer ausfindig machen und sein Geld zurückerlangen.

Der Wärter war zufrieden. Doch Jesus sagte zu ihm mit zorniger Stimme: „Du hast dein Versprechen nicht gehalten!“ Verstört fragte der Wärter: „Warum bist du zornig? Ich habe doch zwei Menschen glücklich gemacht.“

Jesus aber antwortete ihm: „Ach hättest du doch geschwiegen! Der Casino-Spieler wird sein ganzes Geld im Casino verspielen. Der Zeitungsverkäufer wird zusehen müssen, wie seine Frau ohne ärztliche Behandlung sterben wird. Und der junge Tourist wird ein Schiff besteigen, das untergehen wird. Verstehst du jetzt, dass ich im Schweigen wirke?“

Liebe Frauenbundfrauen,

an dieser Stelle möchte ich Sie einladen, einen kurzen Moment innezuhalten, um der Frage nachspüren zu können: Wo hat Gott in meinem Leben hinter den Kulissen etwas zum Guten gelenkt, ganz ohne mein eigenes Eingreifen?

Dr. Anselm Blumberg
Geistlicher Beirat

Spiritueller Impuls für den Monat Juli 2021

Raffaello – Gott heilt

Liebe Frauenbundfrauen,

Raffaello, so heißen die Kokos-Mandelkugeln von Ferrero. Bestimmt haben Sie schon diese Leckerei aus einer kugelförmigen Waffel gekostet, die mit einer weißen Milchcreme und einer weißblanchierten Mandel gefüllt ist.

Wenn man diese Süßigkeit genießt, kann man an vieles Schönes denken. Selten macht man sich aber Gedanken über den Namen dieser gefüllten Waffel. Es handelt sich dabei um die italienische Form des hebräischen Namens Raphael. Rafael heißt „Gott heilt“.

Den Bericht über einen unbändigen Glauben einer Frau an die heilende Kraft Gottes haben wir am Sonntag, 27. Juni, im Evangelium gehört.

Das Evangelium berichtet von einer Frau, die an Blutungen litt. Unvorstellbare zwölf Jahre musste diese Patientin, deren Namen wir nicht kennen, dieses Leid ertragen. Niemand konnte ihr helfen. Bei Ärzten hatte sie schon alle ihre Ersparnisse gelassen. Schmerzhafte Behandlungsmethoden hat sie über sich ergehen lassen. Aber der Blutfluss war nicht zu stoppen.

Im Gegenteil: ihr Zustand verschlimmerte sich immer mehr. Nur noch eine Hoffnung bleibt ihr. Sie hat gehört, dass Jesus aus Nazareth schon in vielen ausweglosen Situationen geholfen hat. Sie hatte nicht nur einmal von Jesus gehört. Sie hatte so viel Wunderbares von ihm gehört, dass sie zur Überzeugung gekommen ist: Ich muss nicht einmal mit ihm reden, um geheilt zu werden. Wenn ich es schaffe, so nah an ihn heran zu kommen, dass ich sein Gewand berühre, dann reicht es bereits aus. Gottes Kraft, die in Jesus wirkt, wird mich heilen.

Diese galiläische Frau hat noch einen größeren Glauben als viele andere, die Jesus aufgesucht haben. Diese haben Jesus gebeten, dass er ihnen die Hände auflegt, oder zumindest ein Wort spricht. Der Glaube der galiläischen Frau geht noch weiter.

Ihr gigantischer Glaube wird belohnt, sogar in doppelter Weise: Der Evangelist Markus schreibt: [Als sie sein Gewand berührte], versiegte sofort die Quelle des Blutes und sie spürte in ihrem Leib, dass sie von ihrem Leiden geheilt war. Und Jesus bestätigt ihr wenig später: „Dein Glaube hat dich gerettet“.

Und nun? Was hat diese Begebenheit uns zu sagen? Jesus läuft ja nicht mehr durch unsere Straßen im Bistum Eichstätt und wir können seine Tunika nicht mehr berühren.

Ja, mit unseren Fingern können wir den Stoff der Kleider Jesu nicht mehr berühren! Aber mit unserem Herzen können wir Gott berühren. Mit unserem Glauben, können wir an ihm festhalten, zum Beispiel mit diesen Worten:

„Du Gott bist mein Arzt. Du wirst meine ganz persönlichen Beschwerden heilen: „Meine Komplexe und Minderwertigkeitsgefühle, meine Traurigkeit und meine Niedergeschlagenheit, meine Enttäuschung und meinen Frust, meine Hoffnungslosigkeit und meinen Hang zum Negativen.“

Wenn wir so offen mit Gott sprechen, kommen wir ihm ganz nahe. Wir berühren dann sein Herz und Gottes heilende Kraft wird auf uns überströmen.

Liebe Frauenbundfrauen,
Gott heilt! An diese Erfahrung vieler gläubiger Frauen und Männer dürfen wir gerne einmal denken, wenn wir wieder einmal ein Raffaello genießen! Wohl bekomms!

Dr. Anselm Blumberg
Geistlicher Beirat

Spiritueller Impuls für den Monat Juni 2021

Gott hat den Frauen Kraft und Stärke in ihre Natur gelegt

Liebe Frauenbundfrauen,

am 30. Mai strahlte das ZDF im Heute Journal ein Interview mit der Oppositionsführerin von Belarus aus, Swetlana Tichanowskaja, der Kandidatin bei der Präsidentschaftswahl in Weißrussland 2020. Über dieses Gespräch sagte der Moderator Claus Kleber, der seit 18 Jahren die Nachrichtensendung moderiert: „Ich erinnere mich an kein Interview, das mich mehr beeindruckt hätte, als das mit dieser mutigen, klugen Frau.“

Zunächst führte Claus Kleber das Thema so ein: „Die Oppositionsbewegung von Belarus wäre kopflos, gäbe es nicht die drei starken Frauen (Swetlana Tichanowskaja, Veronika Zepkalo und Maria Kolesnikowa). Sie hatten das so nicht gewollt. Sie sind eingesprungen an die Stelle ihrer Männer, die Hinter Gitter oder ins Exil getrieben wurden, weil sie gegen Lukaschenko angetreten waren. Der Diktator bekam es mit Gegnerinnen zu tun, die er nicht auf dem Schirm hatte, denen Herzen zuflogen. Am Ende führten sie die Proteste gegen die offensichtliche Fälschung der Wahl.

Mit der 38-jährigen Swetlana Tichanowskaja, dem öffentlichen Gesicht der Opposition, führte Claus Kleber ein Interview, bei dem man ihm anmerkte, dass er selbst bewegt und sogar ein wenig aufgeregt war.

Für mich persönlich war die letzte Antwort am ergreifendsten. Claus Kleber hatte in seiner letzten Frage festgestellt:

„Die Opposition in Belarus wird mehr als irgendeine andere in den letzten Jahrzehnten von Frauen geführt.“ Swetlana Tichanowskaja antwortete: „An unserer Protestbewegung beteiligen sich Männer und Frauen. Es ist so, dass die Frauen herausgetreten sind und sich selbst verwirklicht haben. Frauen sind immer stark von ihrer Natur aus, und wenn sie sich in so einer Situation befinden, wo sie gezwungen sind, sich statt ihrer Männer an die Öffentlichkeit zu wenden, dann finden sie in sich diese Kraft.“

„Frauen sind immer stark von ihrer Natur aus“, diesen Satz fand ich höchst bemerkenswert. Als gläubiger Christ verstehe ich die Aussage so: Gott hat den Frauen Kraft und Stärke in ihre Natur gelegt.

Diese Kraft und Stärke zeigt sich besonders in Krisensituationen. Sie wird aber genährt und trainiert im Alltag. Daher möchte ich diesen Spirituellen Impuls mit einem Wochentags-Gebet für den Alltag beenden:

Mein Schöpfer und Herr, nimm mir die Angst vor dem Montag.
Gib mir Nächstenliebe am Dienstag,
erneuere meine Kraft am Mittwoch.
„Ich bin bei Dir!“ Sag mir am Donnerstag,
und am Freitag, dass es ohne Kreuz nicht geht.
Am Samstag lass mich das Unerledigte noch tun.
Und am Sonntag, dem Tag, der Dir und mir besonders gefällt, mach mich frei von allem, was mich bedrückt, entspanne mich und gib mir einen neuen Horizont.

Amen

Dr. Anselm Blumberg
Geistlicher Beirat

Spiritueller Impuls für den Monat Mai 2021

Die engste Verbindung zwischen Menschen – Gedanken zum Muttertag

Liebe Frauenbundfrauen,

das hätte sich die Amerikanerin Anna Marie Jarvis nicht träumen lassen, als sie am 12. Mai 1907 zum ersten Mal den Muttertag feierte: Dass noch 114 Jahre später die ganze Welt es ihr gleichtun wird: Überall auf der Welt feiern die Menschen an diesem Sonntag (oder auch an einem anderen Tag) die eigene Mutter.

Anna Marie Jarvis Mutter war schon gestorben, als ihre Tochter den Muttertag erfand. Sie ehrte an diesem Tag ihre verstorbene Mutter mit warmen Gedanken und bestimmt betete sie auch für sie.

Anna Marie Jarvis war eine aktive Christin. Daher wollte sie bald schon den Muttertag mit ihrer Pfarrgemeinde feiern. Und so versammelte sich die Pfarrei zu einer Andacht, bei der für alle Mütter gebetet wurde. Am Ende dieser Andacht verteilte Anna Marie Jarvis 500 weiße Nelken an die versammelten Mütter.

Als gläubiger Christ meditiere ich über die Tatsache, dass auch Gott nicht ohne Mutter sein wollte, als er Mensch geworden ist. Er kam ohne einen leiblichen Vater in die Welt, aber nicht ohne Mutter. Dieses Geheimnis des Glaubens ist menschlich zutiefst nachvollziehbar, wenn man ernst nimmt, dass Jesus nicht nur wahrer Gott, sondern auch wahrer Mensch ist. Die Beziehung zur Mutter ist doch die engste Verbindung, die ein Mensch zu einem anderen Menschen überhaupt haben kann. Am Anfang seines Lebens ist der Mensch ganz und gar auf seine Mutter angewiesen: Wohin die Mutter geht, trägt sie ihr Kind im Mutterleib mit. Die Nahrung, die die Mutter zu sich nimmt, gibt sie an das kleine Menschlein weiter. Jede Gefühlslage, ob Freude oder Angst, gibt die Mutter an ihr Kind weiter. Sie bemerkt als erste, wenn ein Kind unterwegs ist. Der Vater erfährt erst von der Mutter, dass sie schwanger ist. Später ist es die Mutter, die dem Kind das Sprechen beibringt und ihm ihre Sprache gibt, also buchstäblich die „Muttersprache“. Die Mütter bleiben auch den Kindern zeitlebens verbunden, selbst wenn sie größer geworden sind und gar nicht mehr so sehr danach verlangen, umsorgt zu werden. So können Mütter abends manchmal nicht einschlafen, wenn ihre jugendlichen Kinder ausgegangen sind und spät am Abend noch nicht nach Hause zurückgekehrt sind.

Eine Mutter ist also die beste Fürsorgerin für das heranwachsende menschliche Leben. Deshalb wollte Gott, dass auch sein Sohn auf dieser Erde eine Mutter hatte.

Anna Marie Jarvis hatte es fertiggebracht, dass der Kongress der Vereinigten Staaten den Muttertag zum nationalen Feiertag machte. Nach einigen Jahren aber bemerkte sie, dass einzelne Wirtschaftszweige den Muttertag für sich vereinnahmten. Einige Branchen wollten einfach nur Kasse machen. Als Anna Marie Jarvis das erkannte, wandte sie sich gegen den Muttertag und kämpfte für die Abschaffung des Feiertages. Gottlob war dieser zweite Kampf erfolglos.

Dr. Anselm Blumberg
Geistlicher Beirat

Spiritueller Impuls für den Monat März 2021

Walburga hat geholfen!

Liebe Frauenbundfrauen,

„Walburga hat geholfen“, so steht es auf vielen Votiv-Bildern in der Grablege der heiligen Walburga. Mehr als 1100 solcher Bilder und Votivgaben aus vielen Jahrhunderten zeugen von dem großen Vertrauen, das Menschen in die Fürbitte der heiligen Walburga gelegt haben. Die Hoffnung der Pilger wird schön auf dem Hochaltarbild des Malers Joachim von Sandrart aus dem Jahr 1664 dargestellt:

Die heilige Walburga hebt ihren Blick nach oben zum Lamm Gottes, das ein Symbol für Jesus Christus ist. Beide wenden sich einander zu und schauen sich an. Aus dem Herzen des Lammes treten zudem Lichtstrahlen aus und erreichen das Herz der heiligen Walburga. Unterhalb der heiligen Walburga, auf der Erde, sind zahlreiche Menschen dargestellt, die ihre Hilfe aufsuchen. Auf diese hilfesuchenden Menschen verweist die ausgestreckte rechte Hand der heiligen Walburga. Diese Geste will sagen: die heilige Walburga bittet Gottes Sohn für die vielen Beter, die sich an Sie wenden. Sie bittet darum, dass der Herr sich ihnen gütig zuwendet und ihnen schenkt, was sie brauchen.

Die Szene, die auf dem Hochaltarbild von St. Walburg seit 357 Jahren dargestellt ist, hat sich neulich auch in meinem Leben ereignet. Ende November des vergangenen Jahres hat mir ein Freund erzählt, dass er sich große Sorgen um seine Weiterbeschäftigung bei einem Institut mache, für das er seit vielen Jahren als wissenschaftlicher Mitarbeiter arbeitet. Daraufhin nahm ich ihn jeden Tag mit auf eine kleine Wallfahrt zur heiligen Walburga. Wochenlang bin ich in die dunkle Gruft der heiligen Walburga hinabgestiegen und habe sie darum gebeten, dass sie den allmächtigen Gott um „Lohn und Brot“ für meinen Freund Thomas (Name geändert) bittet.

Als nun am vergangenen Donnerstag, 25. Februar 2021, das Hochfest der heiligen Walburga gekommen war, betete ich ausnahmsweise nicht im unteren Teil der Gruft in der Dunkelheit, sondern im oberen hellen Bereich. Da erinnerte ich mich auf einmal an eine Führung von der Kunsthistorikerin Dr. Claudia Grund vor wenigen Monaten, bei der sie sagte: der untere Bereich der Gruft ist der Bereich der Bittenden. Der obere Bereich der Gruft ist der Bereich derjenigen, die bereits Erhörung gefunden haben. Daher die vielen Votivtafeln dort.

So dachte ich mir: das ist doch bestimmt kein Zufall, dass ich heute mein Gebet im Bereich der Erhörung bete. Bestimmt hat Gott mein Gebet für meinen Freund Thomas auf die Fürbitte der heiligen Walburga hin bereits erhört. 

Als ich dann zu Hause war, habe ich Thomas gleich eine WhatsApp geschrieben. Ich wollte von ihm wissen, ob sich in Sachen Beruf und Verlängerung des Arbeitsvertrages schon etwas ergeben hat. Am Abend schrieb mir Thomas zurück: „Herzlichen Dank für Deinen Gruß am St. Walburga-Festtag — ein auch für mich persönlich ausgesprochen guter Tag, insofern ich just heute eine Vertragsverlängerung bis Jahresende unterschreiben durfte.“

Sie können sich vorstellen, dass ich mich über diese Nachricht riesig gefreut habe. Walburga hat geholfen! 

Dr. Anselm Blumberg
Geistlicher Beirat

Spiritueller Impuls für den Monat Februar 2021

Die Freude am Herrn ist eure Stärke!

Liebe Frauenbundfrauen,

ob die Fastenzeit früh beginnt oder spät: immer fällt der Anfang des Februars in die Faschingszeit. Wir befinden uns also derzeit in der klassischen Hochsaison der 5. Jahreszeit. Normalerweise würden wir in dieser Zeit in geselliger Runde Faschingskrapfen essen und vielleicht auch den einen oder anderen Faschingsball besuchen. Manche von Ihnen würde sich möglicherweise auch mit närrischen Utensilien ausstaffieren, je näher der Weiberfasching, Rosenmontag und der Faschingsdienstag rücken. In diesem Jahr ist so vieles anders, auch der Fasching. Nachdenklichkeit liegt in der Luft, schon seit fast einem Jahr. Dies nehme ich zum Anlass, mir bei diesem Impuls Gedanken über die christliche Freude zu machen.

Die christliche Freude ist etwas Anderes als sich zu amüsieren über einen Witz. Sie ist eine Kraft die erhalten bleibt, selbst wenn die äußeren Umstände bedrückend sind. Die christliche Freude hat ganz tiefe Wurzeln, die auch in einer Trockenzeit zu Kraft verhelfen und zu Resilienz, wie die Psychologen sagen. Die tief gründende Freude von Christen schöpft in einer nie versiegenden Quelle, in Gott selbst. In der Bibel ist von unaussprechlicher und vollkommener Freude die Rede, die nur in Gott zu finden ist. Paulus bezeichnet die Freude in seinem Brief an die Christen in Galatien als eine „Frucht des Heiligen Geistes“. Der heilige Franz von Assisi wurde als „Bruder Immerfroh“ bezeichnet. Folgende Begebenheit, zeigt, was er unter Freude versteht:

Als Franziskus und Bruder Leo an einem strengen Wintertag nach Portiuncula zurückkehren, sagt Franziskus: „Bruder Leo, schreib, was die wahre Freude ist. Dass alle Gelehrten von Paris in den Orden des Franziskus eingetreten sind, das wäre nicht die wahre Freude. Dass meine Brüder zu den Ungläubigen gegangen sind und sie alle zum Glauben bekehrt haben, das wäre nicht die wahre Freude. Und dass ich von Gott solch große Gnade erhalten habe, dass ich Kranke heile und viele Wunder wirke. Ich sage dir, Bruder Leo: in all dem ist nicht die wahre Freude.“ Auf die Frage, worin denn sonst die wahre Freude besteht, antwortet Franziskus: Wahre Freude hat ein Mensch, der seine innere Ruhe nicht verliert – selbst dann nicht, wenn die äußeren Umstände gegen ihn stehen.

Ich wünsche Ihnen allen, liebe Frauenbundfrauen, dass Sie sich immer mehr in Gott verwurzeln können und seine tröstende Nähe spüren können, in guten und in schlechten Zeiten.

Die Freude am HERRN ist eure Stärke (Nehemia 8,10)!

Dr. Anselm Blumberg,
Geistlicher Beirat

Spiritueller Impuls für den Monat Januar 2021

Fünf alltägliche Wege zum Himmel

Liebe Frauenbundfrauen,

es gibt Sinnsprüche, die ich als wenig hilfreich ansehe. Dazu gehört der Ausspruch des irischen Schriftstellers George Bernard Shaw: „Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert.“ Dieser Satz verleitet dazu, sich überhaupt keine guten Vorsätze mehr zu machen. Dabei ist doch gerade die Zeit des Jahreswechsels, die wir eben durchlebt haben, ein klassischer Termin, um zu neuen Ufern aufzubrechen.

Ich habe für mich persönlich das geflügelte Wort neu formuliert: „Der Weg zum Himmel ist mit guten Gewohnheiten gepflastert.“ Wer es schafft, sich gute Verhaltensweisen anzugewöhnen, genießt einen großen Vorteil: Er muss sich weniger anstrengen, um Gutes zu tun, sondern vollbringt es nahezu mühelos. Von der schier unbegrenzten Zahl guter Gewohnheiten möchte ich fünf herausgreifen, die es in meinen Augen besonders wert sind, sich im Laufe von Jahren anzugewöhnen.

1.: Beginne den Tag mit einem Stoßgebet. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass das erste Wort eines Tages eine prägende Wirkung hat. Meine Frau und ich haben uns daher angewöhnt, uns am Morgen mit dem Kurzgebet: Gelobt sei Jesus Christus“ zu begrüßen. Dieser kurze Lobpreis Gottes ist wie ein Segen, den wir über den Türsturz des neuen Tages schreiben.

2.: Suche stets die guten Seiten. Jede Situation und jeder Mitmensch hat zwei Seiten. Selbst in einem Schaden steckt meist noch ein Nutzen, wie schon ein Sprichwort sagt. Auch gibt es keinen Menschen, der nur Schwächen besitzt. Die Stärken fallen vielleicht nicht sofort ins Auge, aber sie sind da. Wer die Vorzüge an seiner aktuellen Lebenssituation sieht und nach den Qualitäten seines Gegenüber Ausschau hält, schafft sich selbst ein lebensfreundliches Klima. Er wird anfangen, sein Leben trotz aller Schwierigkeiten zu lieben und er wird Freude an den Menschen finden, die ihn umgeben.
3.: Schlafe eine Nacht darüber. Unzähligen Menschen hat dieser Grundsatz geholfen, der auch Einzug in die Beschwerdeordnung der Deutschen Bundeswehr gefunden hat. Er bewahrt vor Kurzschlussreaktionen, die zwar für den Moment eine Entlastung versprechen, aber sehr häufig einen langfristigen Schaden anrichten. Wer es sich zur Gewohnheit gemacht hat, sich vor Weichenstellungen eine Bedenkzeit zu geben, kann affektive Entscheidungen vermeiden und die Vernunft sprechen lassen.

4.: Nimm gute Ratschläge an. Es muss nicht immer eine teure Fortbildung sein: immer wieder kommen auch gute Tipps mitten im Alltag. Es kann unangenehm sein, Ratschläge zu bekommen, besonders wenn sie von Fachfremden oder Jüngeren kommen. Wer sich aber vorgenommen hat, lebenslang zu lernen und sich immer mehr zu verbessern, wird nicht umhinkommen, sich auf Vorschläge und Ideen von unerwarteter Seite einzulassen. Der heilige Benedikt schreibt in seiner Regel: Der Abt soll auch den Ratschlag der Jüngeren in der Mönchsgemeinschaft hören. Denn „der Herr offenbart oft einem Jüngeren, was das Bessere ist“.

5.: Sei dankbar. Die Dankbarkeit ist eine Zwillingsschwester der Zufriedenheit. Wer Gott für alles Gute dankt, das einem bislang im Leben widerfahren ist, und auch dankbar gegenüber denjenigen Menschen ist, die einem bislang geholfen haben, wird im Herzen Frieden verspüren. Der Herzensfriede ist ein unbezahlbares Gut und eine unerschöpfliche Quelle der Kraft.

Ihnen, liebe Frauenbundfrauen, wünsche ich von Herzen diese und andere gute Gewohnheiten. Auf diesen Wegen werden Sie wie von selbst den Weg zum Himmel finden.

Dr. Anselm Blumberg,
Geistlicher Beirat

Spiritueller Impuls des Monats Dezember

Das öffentliche Leben im Dezember in Deutschland wird wieder radikal heruntergefahren. Die Akzeptanz für diese harten Maßnahmen, die den gegenwärtigen und künftigen Steuerzahlern 11 Milliarden Euro pro Monat kosten werden, ist derzeit gegeben. Wer möchte schon riskieren, dass die Zahl der täglichen Todesfälle in Deutschland in Verbindung mit COVID_19 von bis zu 500 sich in den nächsten Monaten verdoppelt oder verdreifacht? Wir stehen also in einer dramatischen Phase der Geschichte, die wir nie mehr vergessen werden, und die auch künftigen Generationen bekannt sein wird. Und gleichzeitig stehen wir in der Adventszeit. Viel von dem, was wir mit dem Advent verbinden, fehlt uns derzeit: Adventsfeiern, Adventsmärkte und Rorate-Frühstücke. Seit vergangenem Mittwoch fehlt uns auch noch der Gesang von Adventsliedern bei den Gottesdiensten.

Ein Adventslied, das besonders gut in diese Wochen passt, ist das Lied „Oh Heiland, reiß die Himmel auf.“ Darin heißt es: „Reiß ab vom Himmel Tor und Tür, reiß ab, wo Schloss und Riegel für!“ Dem Beter pressiert es. Es brennt ihm unter den Nägeln. Die Herabkunft des Retters erscheint als überfällig. Und weiter heißt es: Ihr Wolken, brecht und regnet aus den König über Jakobs Haus.Grundlage für dieses Adventslied ist ein Wort des Propheten Jesaja: „Tauet, ihr Himmel, von oben, und die Wolken mögen den Gerechten regnen: es öffne sich die Erde, und sie sprieße den Heiland“. Der anonyme Dichter des Adventslieds hat die biblische Vorlage deutlich verschärft. Die dramatischen Verben „brechen“ und „reißen“ deuten darauf hin, dass er Schlimmes durchgemacht hat. Wenn man bedenkt, dass der Text dieses Adventsliedes im Jahr 1622 veröffentlicht wurde, also zur Zeit des 30-jährigen Krieges, wird die Eindringlichkeit des Rufes verständlich. Die Erfahrung von Zerstörung und Tod im 30-jährigen Krieg war natürlich bei weitem schlimmer als die Krise, die wir in diesem zu Ende gehenden Jahr erleben. Und dennoch können wir nicht darüber hinwegsehen, dass wir den Advent heuer ganz anders erleben als in den vergangenen Jahren. Wir sind uns bei vielen Dingen nicht mehr so sicher. Wir wissen nicht, wann der bevorstehende Lockdown wirklich enden wird. Wir wissen erst recht nicht, wann wir wieder größere Veranstaltungen oder Feiern abhalten dürfen. Wir wissen auch nicht, wann wir uns wieder per Handschlag oder gar Umarmung begrüßen dürfen. Bei vielem, was vor einem Jahr noch sonnenklar war, tappen wir heute im Dunkeln. Das verbindet uns mit der Situation, in der das Adventslied „O Heiland, reiß die Himmel auf“ entstanden ist. Der Dichter erwartet sich von der Ankunft Christi Trost: „Wo bleibst du, Trost der ganzen Welt, darauf sie all ihr Hoffnung stellt? O komm, ach komm vom höchsten Saal, komm, tröst‘ uns hier im Jammertal.“

Diesen Trost des Herrn wünsche ich Euch von Herzen in dieser besonderen Adventszeit
2020 auf dem Weg zum Fest der Geburt des großen Gottes als kleines Kind auf dieser Erde.

Ihr Dr. Anselm Blumberg
Geistlicher Beirat

Spiritueller Impuls des Monats November

Es überkam mich schon ein beklemmendes Gefühl, als ich unlängst von einer Person, die ich häufig treffe, die WhatsApp-Nachricht bekam: „Bin Corona-positiv getestet worden“. Und noch beklemmender wurde es, als diese Person dann wenige Minuten später nach meinen kompletten Kontaktdaten für das Gesundheitsamt fragte.
Hinter jedem Anruf, der von da an einging, vermutete ich die Gesundheitshüter. Und tatsächlich dauerte es nicht lange, bis ich am Telefon hörte: „Sie sind eine Kontaktperson der Kategorie I. Ich muss Sie in häusliche Quarantäne schicken.“
So schnell kann sich die eigene Welt verändern. Ganz plötzlich steht ganz viel Zeit zur Verfügung. Nach einem Stoßgebet („Herr, lass mich diese Zeit als geschenkte Zeit annehmen und sie nach Deinen Wünschen nutzen“) griff ich erst einmal unwillkürlich nach dem Terminkalender. Termine wurden rausgestrichen, E-Mails mit Absagen verschickt.
In den folgenden Tagen habe ich mir eine neue Gewohnheit zugelegt: Täglich habe ich mich über den Gesundheitszustand dessen informiert, der an COVID-19 erkrankt war, und mit dem ich in den Tagen vor seiner WhatsApp an einer Sitzung teilgenommen hatte. So regelmäßig hatte ich mit dieser Person zuvor noch nicht kommuniziert. Die Infektion wurde zu einem Anlass, unsere Verbindung zu stärken, ihr freundschaftliche Züge zu geben.
Die Quarantäne war für mich auch eine Zeit, in der mir der Wert der Solidarität neu bewusst wurde. Nicht für mich bin ich in Quarantäne gegangen, sondern für andere: Damit ich niemanden mit dem Virus infizieren kann, der 2 % seiner Träger in den Tod führt, Anfang November ca. 160 Menschen in Deutschland pro Tag.
Das Maß der eingeforderten und geleisteten Solidarität wird noch deutlicher, wenn man bedenkt, dass ich meine Quarantäne nur auf COVID-19-Verdacht hin ableistete. Denn auch nach meinem negativen Testergebnis sollte ich in Isolation verbleiben für den Fall, dass das Virus – trotz negativem Befund – unerkannt in mir schlummerte. Dieses hohe Maß der Achtsamkeit für das Wohl anderer empfand ich als wertvoll.
Und noch ein Drittes empfand ich als Segen. In dieser Zeit hatte ich keine Termine wahrzunehmen, konnte ausschlafen und ganz regelmäßig beten. Die Laudes betete ich wirklich früh am Morgen, die Vesper wirklich am Abend und nicht zwischendurch, wenn es der Terminkalender gerade erlaubte. Mein Leben gewann also in letzter Zeit an Ruhe und Struktur.

Was ich als erstes tat, als meine Quarantäne vor wenigen Tagen endete? Ein Stoßgebet habe ich zum Himmel geschickt und Gott gedankt, dass er mir die wertvolle Erfahrung der Freundschaft, der Solidarität und der Entschleunigung geschenkt hat.

Dr. Anselm Blumberg
Geistlicher Beirat

Spiritueller Impuls Oktober 2020

Liebe Frauenbundfrauen,
wer am Kirchweihsonntag oder -montag an der Kirche St. Walburg in Eichstätt vorbeigekommen ist, hat vielleicht die Fahne bemerkt, die aus dem Kirchturmfenster wehte. Es ist eine sogenannte Zachäusfahne und erinnert an die Begegnung des Oberzöllners Zachäus mit Jesus. Der Bericht über diese Begegnung wird an Kirchweih häufig als Evangelium vorgetragen. Es ist die Geschichte einer Heilung, einer inneren Heilung.

Zachäus hatte die leise Hoffnung, dass Jesus, der keine Vorurteile gegen Menschen
hegte, sondern die Menschenwürde eines jeden Menschen als Ebenbild Gottes achtete, auch ihn, den Oberwucherer, den Berufssünder, nicht verurteilen wird.

Und es geschieht das Wunderbare: Jesus bleibt unter dem Baum stehen, auf den Zachäus geklettert war, um Jesus zu sehen, und ruft Zachäus in seine Nähe. Überwältigt von dieser Menschenfreundlichkeit Jesu, schlägt er einen ganz neuen Lebensweg ein. Er möchte seinen Reichtum halbieren und sein Vermögen mit den Armen teilen. Von Herzen bereut er, dass er Menschen finanziell ausgebeutet hat. Das Vierfache möchte er ihnen erstatten. An diesem Tag ist das Reich Gottes für Zachäus angebrochen.

Und wir? Wie kann das Reich Gottes in unserem Leben wachsen und stark werden? Es gäbe unzählig viele Beispiele zu nennen, wie sich auch in unserem Leben Gottes
Herrschaft ausbreiten kann. Ich möchte an dieser Stelle nur drei Beispiele nennen:

Wenn wir einer Familie in einer schwierigen Situation helfen, ein Kind anzunehmen, das sich unerwartet angekündigt hat, bricht die Herrschaft Gottes an. Wer sich einer Mutter oder einer Familie zuwendet, die am Abgrund der Entscheidung für oder gegen ein neues Familienmitglied steht, wer Anteil an den bedrückenden Sorgen nimmt und konkrete Hilfe zusagt, der lässt das Reich Gottes auf dieser Erde wachsen.

Eine andere Art und Weise, das Reich Gottes auf dieser Erde groß werden zu lassen,
habe ich neulich bei einem Trauergespräch kennen gelernt. Am Ende des Gesprächs sagten mir die beiden Söhne des Verstorbenen: „Unser Vater lebte nach dem Grundsatz: Wenn Du über einen anderen nichts Gutes zu sagen hast, sag lieber gar nichts über ihn.“ Es ist ein großes Werk der Nächstenliebe, wenn wir über die Fehler unserer Mitmenschen gütig hinwegsehen und sie mit dem Mantel des Schweigens bedecken.

Und noch ein einfaches Werkzeug gibt es, das hilft, Gott Raum zu geben auf dieser Erde und diese Erde dadurch schöner und reicher zu machen. Ich empfehle es immer den Taufpatinnen und Taufpaten, wenn ich Kinder taufe: Es ist das Gebet für einander.

Das Gebet muss nicht lange sein. Ich verspreche allen Taufpaten: Wenn Ihr jeden Abend vor dem Zubettgehen oder kurz vor dem Einschlafen sprecht: „Guter Gott, schütze mein Patenkind und segne es!“, dann braucht Ihr euch keine Sorgen um die Zukunft Eurer Patenkinder zu machen. Gott wird Euer Patenkind segnen.“

Dr. Anselm Blumberg
Geistlicher Beirat