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16.01.2019

„Wir ziehen den Hut!“ – KDFB zu 100 Jahre Frauenwahlrecht

Die KDFB-Diözesanvorstandschaft Eichstätt und Mitarbeiterinnen der KDFB-Geschäftsstelle

Die KDFB-Diözesanvorstandschaft Eichstätt und Mitarbeiterinnen der KDFB-Geschäftsstelle ziehen den Hut – vor den mutigen Frauen, die vor 100 Jahren durch ihren Einsatz die Einführung des Frauenwahlrechts erreicht haben. pde-Foto: Wolfgang Hörl.

Eichstätt. (pde) – Mit der Aktion „Wir ziehen den Hut!“ erinnert der Katholische Deutsche Frauenbund e.V. (KDFB) an das erstmalige bundesweite Frauenwahlrecht und den Einzug der Frauen in die Nationalversammlung am 19. Januar 1919. Damit ehrt er die Frauen, die bereits vor 100 Jahren gegen viele Widerstände und Vorurteile Politik aktiv mitgestaltet haben. Zugleich appelliert der Frauenbund an Frauen in Deutschland, ihr hart erkämpftes Wahlrecht auszuüben und in ihrem Drängen auf Gleichberechtigung nicht nachzulassen.

„Wir bekunden jenen Frauen unseren Respekt, die in einer Zeit gesellschaftlicher Umbrüche beharrlich und gegen viele Widerstände für die Rechte von Frauen gekämpft haben. Vor ihnen und vor den Frauen, die bis heute auf allen Ebenen unseres Landes politisch denken und handeln, ziehen wir sprichwörtlich den Hut“, erklärt Walburga Kretschmeier, Diözesanvorsitzende des KDFB im Bistum Eichstätt.

Nach der Ausrufung des Frauenwahlrechts am 12.November 1918 startete der Frauenbund eine äußerst umfangreiche Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit mit Vorträgen, Versammlungen, Flugblättern, Artikeln in Zeitungen und Zeitschriften. KDFB-Frauen sprachen zahlreiche Frauen direkt an und ermunterten sie zur Kandidatur und zur Ausübung ihres Wahlrechtes. Aus der Liste aller Parteien kandidierten 310 Frauen, 37 schafften den Einzug in die Nationalversammlung, davon sechs KDFB-Frauen. 82 Prozent der Frauen machten von ihrem erstmaligen Wahlrecht Gebrauch. Der Frauenbund hat zu diesem Ergebnis maßgeblich beigetragen. „Das, wofür sich Frauen damals einsetzten, ist heute immer noch aktuell. In 100 Jahren hat sich zwar viel für Frauen getan, aber die tatsächliche Gleichberechtigung ist noch nicht erreicht. Frauen werden weiterhin benachteiligt, z.B. bei der Entlohnung, der Karriere, der Rente, der politischen Ämter – um nur einige Beispiele zu nennen“, so Kretschmeier.

Die politische Arbeit des Frauenbundes trug und trägt auch künftig dazu bei, Hürden abzubauen und Frauen zu ermuntern, auf allen Ebenen – sei es in der Kommune, im Kreistag oder Landtag bzw. im Bundestag – mitzuwirken und sich nicht davor zu scheuen, ein politisches Amt wahrzunehmen. Um ein Zeichen für Demokratie und Frauenrechte zu setzen, lädt der KDFB Frauen ein, am 19. Januar mit Hut auf die Straße zu gehen und damit an die Frauen zu erinnern, die sich vor 100 Jahren – die meisten von ihnen trugen Hut – für das Frauenwahlrecht einsetzten. Nähere Informationen zur Aktion und Möglichkeiten zum Mitmachen unter www.wir-ziehen-den-hut.de.

Der Katholische Deutsche Frauenbund ist mit rund 8.000 Mitgliedern der größte Frauenverband im Bistum Eichstätt. Seit seiner Gründung im Jahr 1903 setzt sich der KDFB für eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in Politik, Gesellschaft und Kirche ein.