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Veranstaltungen 2011

Festakt 100 Jahre KDFB Landesverband, 06.12.2011, bayer. Landtag München

 

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Bayerischer Landesverband des Katholischen Deutschen Frauenbundes feiert 100. Gründungsjubiläum
 
München, 6.12.2011. „Mit uns ist Staat zu machen.“ Selbstbewusst hat der Bayerische Landesverband des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB) sein 100. Gründungsjubiläum unter dieses Motto gestellt. Mit 180.000 Mitgliedern ist er der größte Frauenverband im Freistaat. „Eine geballte Kraft mit einem ausgeprägten Gestaltungswillen im kirchlichen, gesellschaftlichen und politischen Leben Bayerns“, wie Landesvorsitzende Elfriede Schießleder feststellt. „Eine unüberhörbare Stimme in Gesellschaft und Politik“, wie Landtagspräsidentin Barbara Stamm bei einem Festakt im Bayerischen Landtag erklärte.
 
Die Gründung des Frauenbundes in Bayern ging von einer frauenbewegten Schwedin aus. Ellen Ammann, eine der ersten Landtagsabgeordneten in Bayern, wollte das politische Feld nicht allein den Männern überlassen. Sie warb Mitstreiterinnen, die sich den Idealen des Verbandes verpflichteten: Frauen den Zugang zu Bildung zu ermöglichen, damit gesellschaftliche Teilhabe Wirklichkeit werden kann. Sie gründete den Landesverband und startete damit eine Erfolgsgeschichte: Heute ist der Frauenbund mit 1.600 Zweigvereinen flächendeckend in Bayern und der Pfalz vertreten.
Mit der Gleichberechtigung ging es nur in kleinen Schritten voran: Zwar erringen Frauen schon wenige Jahre nach der Gründung des Verbandes das Wahlrecht. Aber erst 1949 wird die Gleichberechtigung im Grundgesetz festgeschrieben. Erst 1986 erhält das bayerische Kabinett eine Ministerin und erst seit 2010 gibt es die erste Landtagspräsidentin im Freistaat. „Ellen Ammann hätte es dennoch als Triumph empfunden“, ist sich Elfriede Schießleder sicher, schließlich war die ehemalige Justizministerin Mathilde Berghofer-Weichner Frauenbund-Mitglied genauso wie es heute Landtagspräsidentin Barbara Stamm ist.
Gleichberechtigung erreicht. Mission erfüllt? „Nein, auch 100 Jahre nach seiner Gründung ist die Arbeit des Frauenbundes nicht überflüssig“, erklärt die Vorsitzende des Deutschen Frauenrats, Marlies Brouwers. Nach wie vor gelte es, „Frauen aufzufordern, sich einzumischen, wenn es um Chancengleichheit geht“, so Brouwers. Und KDFB-Präsidentin Maria Flachsbarth sieht weitere Aufgaben auf den Verband zukommen: „Wir können aus unserem christlichen Grundverständnis heraus über Religionsgrenzen hinweg Begegnungen schaffen“, betont die CDU-Bundestagsabgeordnete. „Wir können zeigen, dass wir uns nicht abschotten, sondern die Frauen und Männer, die aus einer anderen Heimat zu uns gekommen sind, als Mitmenschen, als Nachbarn wertschätzen und anerkennen.“ Eine Aufgabe, die ganz in der Tradition der Frauenbundgründerin Ellen Ammann liegt, die selbst aus dem europäischen Ausland stammte.